Das Mozarthaus

Drei Mozarts oder von Augsburg nach Lemberg

Der Name des österreichischen Musikers Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) ist weltweit bekannt. Kenner der Musikgeschichte und die Bevölkerung Augsburgs kennen aber noch einen weiteren Musiker mit diesem berühmten Nachnamen, nämlich Leopold Mozart (1719-1787). Der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 14. November 1719 in Augsburg geboren und verbrachte hier seine Kindheit und Jugend.

Franz Xaver Wolfgang Mozart

Karl Gottlieb Schweikart: Porträt des Franz Xaviers Wolfgang Mozart, 1825, Mozarts Geburtshaus.

In Wirklichkeit gab es sogar drei talentierte Musiker mit diesem Namen: Leopold, Wolfgang Amadeus und Franz Xaver (1791-1844), der in Wien als Sohn des großen musikalischen Genies zur Welt kam.

Alle drei verband die künstlerische Begabung, die Virtuosität und ein Leben auf Reisen. Schon Leopold hatte den Gedanken, ins ferne Russische Reich zu reisen, hielt eine solche Reise aber für zu weit und zu riskant. Sein Enkel hat es dann bis an die östliche Grenze des damaligen Österreichs, das heute ein Teil der Ukraine ist, geschafft. Franz Xaver verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in Lemberg, dem heutigen Lwiw – und zwar von 1808 bis 1838. Er hinterließ eine bemerkenswerte und bis heute sichtbare Spur im kulturellen Leben der Stadt.

Mozarthaus Augsburg

Leopold-Mozart-Haus, Foto: Christian_Menkel

In den 1820er Jahren gründete Franz Xaver im damaligen Lemberg das Gesangsinstitut der Heiligen Cäcilia. Die daraus entstandene Musikgesellschaft „Cäcilia“ legte den Grundstein für die spätere Lemberger Philharmonie und das Konservatorium. Der jüngste der Mozarts unterrichtete Musik und komponierte – neben anderen Werken – Klavierstücke auf Grundlage ukrainischer Volkslieder. Diese stehen in der Region auch heute noch regelmäßig auf dem Programm.

Die Lebenswege der Mozarts führten weit weg von Leopolds Heimatstadt Augsburg, doch seine Nachkommen wussten, dass ihre Wurzeln dort lagen. Als Franz Xaver Mozart im März 1821 nach Augsburg kam, nannte er die Stadt seine wahre Herkunftsstadt. Der Lemberger Musiker und Komponist übernachtete im Hotel „Mohrenkopf“ am Predigerberg 9 – nur eine halbe Stunde zu Fuß entfernt von dem Haus, in dem hundert Jahre zuvor sein Großvater geboren worden war.

Franz Xaver war ebenso talentiert wie seine Vorfahren, hatte aber nicht ihre Offenheit und lockere Umgangsart geerbt. Er heiratete nicht und hinterließ keine Nachkommen. Doch in Fällen wie seinen zählen nicht die Erben, sondern das Erbe. In der Stadt findet regelmäßig das Festival MozArtLviv statt. Im Jahr 2022 wurde dort das weltweit einzige Denkmal für den jüngsten der drei Mozarts errichtet.

Das Projekt „Meine Stadt – Meine Geschichte“ beschäftigt sich mit der Ausarbeitung und Digitalisierung der migrantisch geprägten Stadtführungen und ist Teil von DIWA 4.0. Das EU-geförderte Projekt DIWA 4.0 unter der Leitung des Büros für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg setzt sich aktiv für die gleichberechtigte Teilhabe Neuzugewanderter und ein respektvolles Miteinander ein. Mehr Informationen: augsburg.de/diwa

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