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Wohnprojekt Augsburg mit dem Schwäbischen Integrationspreis ausgezeichnet

Am 23. Oktober 2026 hat die Regierung von Schwaben das Wohnprojekt Augsburg mit dem Schwäbischen Integrationspreis geehrt. Das gemeinsame Projekt von Tür an Tür und der Diakonie Augsburg unterstützt Geflüchtete seit über zehn Jahren bei der Wohnungssuche.

Das Wohnprojekt Augsburg hat den Schwäbischen Integrationspreis bekommen. Verliehen wurde er am Freitag, 23. Oktober 2026, im Rokokosaal der Regierung von Schwaben. Seit 19 Jahren würdigt die Regierung von Schwaben mit dem Preis Projekte, die sich mit besonderem ehrenamtlichem Engagement für die Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte einsetzen.

„Gerade in einer Zeit, in der die Zahl bezahlbarer Wohnungen weiter ab- und Vorbehalte im Zuge migrationsfeindlicher Diskurse zunehmen, ist diese Auszeichnung ein wichtiges Zeichen“, erklären die beiden Projektmitarbeiterinnen [NAME] und [NAME]. „Sie würdigt nicht nur die Arbeit und das Engagement unserer Ehrenamtlichen. Sie holt auch ein Thema auf die Bühne, das in integrationspolitischen Diskursen und Konzepten viel zu oft nur eine Nebenrolle spielt: den Zugang zu privatem Wohnraum.“

Seit über zehn Jahren an der Seite von Wohnungssuchenden

An vielen Orten sind Strukturen, die Geflüchtete bei der Wohnungssuche unterstützen, erst mit dem Krieg in der Ukraine entstanden. In Augsburg haben sich Mitarbeiter:innen der Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH und der Diakonie Augsburg schon vor über zehn Jahren zum Wohnprojekt Augsburg zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Geflüchtete gezielt und nach Bedarf bei der Wohnungssuche zu unterstützen.

Denn oft scheitert die Suche nicht nur am angespannten Wohnungsmarkt. Komplexe Fachbegriffe, Sprachbarrieren, fehlendes Hintergrundwissen sowie strukturelle und diskriminierende Ausschlüsse sind für viele Geflüchtete zusätzliche Hürden.

Beratung, Mietkurse und das Wohn-Café

Das Projekt setzt deshalb auf einen mehrstufigen Ansatz. Dazu gehören persönliche Beratung, sogenannte „Mietkurse“ und Workshops rund ums Wohnen. Ergänzend gibt es das Wohn-Café: ein niedrigschwelliges Angebot, bei dem Wohnungssuchende individuelle Unterstützung von Ehrenamtlichen bekommen. Einzelne Beratungsgespräche oder Mietkurse reichen oft nicht aus, um die Anforderungen und Abläufe des Wohnungsmarkts ganz zu verstehen. Im Wohn-Café ist genau dafür Raum.

„Ehrenamtliches Engagement kann ein wichtiger Schlüssel sein, um individuelle Hürden wie Sprachbarrieren oder Unsicherheiten zu überwinden und relevantes Hintergrundwissen zu vermitteln“, sagt Michelle Balthes, die im Projekt die Ehrenamtlichen koordiniert. „Dieser Preis gehört auch den vielen Ehrenamtlichen, die sich gemeinsam mit uns tagtäglich dafür einsetzen, dass aus einem Ankommen ein Bleiben in einem neuen Zuhause werden kann.“

Wohnen gehört ins Zentrum der Integrationspolitik

Gleichzeitig sind sich die Mitarbeiterinnen einig: „Damit Integration mit einem Zuhause beginnen kann, braucht es nicht nur mehr bezahlbaren Wohnraum. Es braucht auch langfristige Förderprogramme und eine Wohnungs- und Integrationspolitik, die Wohnen als zentrales Querschnittsthema fest in Integrationskonzepten und Regelangeboten verankert. Nur so können die Strukturen dauerhaft gestärkt werden, die den Zugang zu Wohnraum möglich machen.“

Mehr zum Wohnprojekt Augsburg: wohnprojekt-augsburg.de