Aushandlungsrat Rechts der Wertach: Ortsbegehung MTBA

Aushandlungsrät*innen im Einsatz: Ortsbegehung mit dem Mobilitäts- und Tiefbauamt (MTBA)

Der Aushandlungsrat Rechts der Wertach war am 21.04. gemeinsam mit dem Mobilitäts- und Tiefbauamt (MTBA) im Viertel Rechts der Wertach unterwegs. Ziel der Ortsbegehung: konkrete Probleme sichtbar machen und Lösungen für eine bessere Infrastruktur anstoßen.


ID² – Demokratische Quartiersentwicklung von unten

Die Ortsbegehung war Teil des Projekts ID² – Ideenschmiede diversitätssensible Demokratisierung, das von März 2025 bis Februar 2028 läuft. Ziel des Projekts ist es, demokratische Beteiligung im Quartier zu stärken, und zwar diskriminierungssensibel, vielfältig und nah an den Lebensrealitäten der Menschen.

In verschiendenen Augsburger Stadtbezirken werden sogenannte Ideenschmieden und Aushandlungsräte aufgebaut. Sie befassen sich mit zentralen Themen wie Wohnen, Wohnumfeld und Gesundheit – Bereiche, die viele Menschen direkt betreffen und häufig kontrovers diskutiert werden.

Der Ansatz dabei:

  • Bewohner*innen kommen selbst zu Wort
  • sie werden als Expert*innen ihrer Lebensrealität ernst genommen
  • insbesondere oft überhörte Stimmen werden sichtbar gemacht
  • kommunale Akteure nehmen als „listening participants“ teil
  • Beteiligung führt zu konkretem, lokalem Handeln

Im Stadtteil Rechts der Wertach arbeitet seit Oktober 2025 ein Aushandlungsrat zum Thema Wohnen und Wohnumfeld. Die Teilnehmenden bringen unterschiedliche Perspektiven ein und engagieren sich über einen längeren Zeitraum aktiv für die Entwicklung ihres Bezirks.

Das Projekt wird wissenschaftlich von der TH Augsburg sowie der Universität Augsburg begleitet.

Ortsbegehung im Viertel Rechts der Wertach

Mitglieder des Aushandlungsrats und ein Vertreter des MTBA gingen gemeinsam durch den Stadtteil – nicht nur zur Bestandsaufnahme, sondern mit klaren Anliegen aus der Nachbarschaft. Im Fokus standen die alltäglichen Herausforderungen der Bewohner*innen.

Probleme bei Gehwegen, Radverkehr und Barrierefreiheit

Vor Ort wurde schnell deutlich, wo Handlungsbedarf besteht:

  • fehlende Bordsteinabsenkungen und damit mangelnde Barrierefreiheit
  • unzureichende Infrastruktur für den Radverkehr
  • zu enge oder zugeparkte Gehwege

Diese Punkte beeinträchtigen die Sicherheit und Nutzbarkeit des öffentlichen Raums erheblich.

Stadtplanung: Perspektiven für die Wolfgangstraße

Ein zentrales Thema war die geplante Umgestaltung der Wolfgangstraße. Laut MTBA sollen die Planungen bald starten – inklusive Beteiligungsprozess.

Diskutierte Ansätze sind unter anderem:

  • Entsiegelung von Flächen
  • Aufwertung der Aufenthaltsqualität
  • Neugestaltung des Spielplatzumfelds

Wichtig: Die Umsetzung solcher Maßnahmen benötigt Zeit. Erste Ergebnisse sind hier erst in einigen Jahren realistisch.

Konkrete Maßnahmen im Überblick

Kurzfristiger umsetzbar sind kleinere Verbesserungen im Viertel. Geplant sind:

  • zusätzliche Fahrradstellplätze an Kreuzungen
  • neue Baumpflanzungen
  • eine weitere Car-Sharing-Station
  • Anpassungen der Parksituation
  • Prüfung von Anwohnerparken

Nach aktuellem Stand könnten erste Maßnahmen bereits im kommenden Jahr sichtbar werden.

Beteiligung stärkt das Viertel

Der Aushandlungsrat der Ideenschmiede Rechts der Wertach bringt die Perspektiven der Bewohner*innen direkt in den Austausch mit der Stadtverwaltung ein. Beteiligung wird hier konkret gelebt – Probleme werden benannt und gemeinsam Lösungen entwickelt.

Kleiner Moment am Rande

Neben der inhaltlichen Arbeit gab es auch einen spontanen Einsatz: Eine Katze wurde rechtzeitig von der Straße gescheucht und vor einem herannahenden Auto geschützt.