Einer Teilnehmerin von TakeOff! ist der Quereinstieg als Schulbegleiterin gelungen. Nach einer beruflichen Neuorientierung fand sie eine Aufgabe, in der sie ihre sozialen und medizinischen Erfahrungen einbringen kann. Gleichzeitig eröffnen sich ihr neue Perspektiven für die Anerkennung ihres Berufsabschlusses als Physiotherapeutin.
Mit Deutschkenntnissen auf B2-Niveau und dem Wunsch, beruflich in Deutschland Fuß zu fassen, kam die Teilnehmerin zu TakeOff! bei der BIB Augsburg gGmbH.
Die ausgebildete Physiotherapeutin wollte zunächst ihren im Ausland erworbenen Berufsabschluss in Deutschland anerkennen lassen. Dabei nahm sie die Anerkennungsberatung von Tür an Tür in Anspruch. Für die vollständige Anerkennung wäre jedoch ein achtmonatiger Anpassungslehrgang in Vollzeit und in einer anderen Stadt notwendig gewesen.
Eine ganztägige Teilnahme ließ sich zu diesem Zeitpunkt nicht mit ihrer familiären Situation vereinbaren. Ihr Mann arbeitet bis zum späten Abend. Zudem benötigt ihr zwölfjähriger Sohn am Nachmittag weiterhin ihre Unterstützung.
Berufliche Neuorientierung mit TakeOff!
Im Einzelcoaching bei TakeOff! begann die Teilnehmerin deshalb, über einen beruflichen Neustart nachzudenken. Dabei war ihr wichtig, weiterhin mit Menschen zu arbeiten. Auch ihre sozialen und medizinischen Kenntnisse wollte sie in einem neuen Tätigkeitsfeld einsetzen.
Gemeinsam mit ihrer Coachin suchte sie nach Möglichkeiten für einen Quereinstieg im sozialen Bereich. Sie bewarb sich unter anderem auf Stellen in der Betreuung von Menschen mit Demenz oder Behinderung. Die ersten Bewerbungen führten jedoch nicht zum erhofften Erfolg.
Das regelmäßige Coaching gab ihr in dieser Phase Struktur, Orientierung und neue Zuversicht. Woche für Woche arbeitete sie gemeinsam mit ihrer Coachin an ihren beruflichen Ideen. Dabei nahm sie ihre persönlichen Stärken genauer in den Blick und lernte weitere Tätigkeitsfelder kennen.
Schließlich konzentrierte sie sich auf die individuelle Begleitung von Menschen mit Behinderung. Daraufhin bewarb sie sich als Schulbegleiterin.
Erfolgreicher Quereinstieg als Schulbegleiterin
Nach einem erfolgreichen Probetag erhielt die Teilnehmerin eine zunächst befristete Anstellung in einer Einrichtung für Kinder mit Behinderung. Als Schulbegleiterin unterstützt sie dort ein Kind mit hohem Unterstützungsbedarf im Schulalltag.
Mit Einfühlungsvermögen, Geduld und großem Engagement arbeitete sie sich in ihre neue Aufgabe ein. Schritt für Schritt baute sie eine vertrauensvolle Beziehung zu dem betreuten Kind auf. Auch die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen entwickelte sich positiv. Gleichzeitig konnte sie ihre Deutschkenntnisse im Arbeitsalltag weiter verbessern.
Ihre Entwicklung überzeugte den Arbeitgeber. Im Anschluss an die befristete Tätigkeit erhielt sie einen neuen Arbeitsvertrag für die Begleitung eines weiteren Kindes.
Die Teilnehmerin ist sehr glücklich über diese Entwicklung. Durch ihre Arbeit hat sie deutlich an Selbstvertrauen und beruflichem Selbstverständnis gewonnen. Besonders wertvoll ist für sie, dass sie ihre Erfahrung als Physiotherapeutin einbringen kann. Dieses Wissen hilft ihr beispielsweise bei der Mobilisierung und Aktivierung der betreuten Kinder.
„Ich bin sehr dankbar für Ihre Unterstützung und Liebe.“
Neue Perspektiven durch die berufliche Anerkennung
Auch die Anerkennung ihres Berufsabschlusses als Physiotherapeutin bleibt ein wichtiges Ziel. Über das regionale IQ-Netzwerk im Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung erhält sie ab September die Möglichkeit, einen Anpassungslehrgang zu absolvieren.
Damit stehen ihr weitere berufliche Wege offen. Langfristig kann sie sich gut vorstellen, ihre Erfahrungen miteinander zu verbinden und Kinder mit Behinderung auch physiotherapeutisch zu unterstützen.
Ihre Geschichte zeigt, wie ein beruflicher Quereinstieg als Schulbegleiterin gelingen kann. Entscheidend waren die kontinuierliche Begleitung, die gemeinsame Suche nach realistischen Möglichkeiten und der Blick auf die bereits vorhandenen Kompetenzen. Ebenso wichtig war eine Lösung, die zu ihrer familiären Situation passt.
Über den Projektverbund TakeOff!
Interessierte Frauen mit Migrationserfahrung können ohne Termin immer Donnerstags, von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 UIhr zur offenen Sprechstunde im zib. kommen. Alternativ können Sie sich für eine Beratung per E-Mail an takeoff@tuerantuer.de oder telefonisch an +49 (0) 15780595572 melden.
TakeOff! – Mit und für Migrantinnen berufliche Perspektiven gestalten unterstützt Frauen mit Migrationserfahrung dabei, ihre Kompetenzen zu erkennen und berufliche Perspektiven zu entwickeln. Zum Projektverbund gehören neben der Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH, die BIB Augsburg gGmbH, die Eckert Schulen, Visiones e. V. und das Diakonische Werk Augsburg e. V.
Im Projektverbund TakeOff! finden jede Woche offene Termine statt:
- Montags: Sprachcafé im Tante Emma Café am Fischertor 2 von 9 – 11 Uhr
- Dienstags: Sprachcafé in den Eckert Schulen von 9 – 11 Uhr
- Mittwochs:
- Sprachcafé im Tante Emma Café am Fischertor 2 von 9 – 11 Uhr
- Lesekreis im Tante Emma Café am Fischertor 2 von 16 – 17:30 Uhr
- Donnerstags:
- Offene Beratung bei Tür an Tür von 10-12 und von 14-16 Uhr
- Sprachcafé in den Eckert Schulen von 13:30 – 15:30 Uhr
Eine PDF-Übersicht aller Termine und Ansprechpersonen inkl. Kontaktdaten finden Sie hier.
TakeOff! wird im Rahmen des ESF-Plus-Programms „MY TURN – Frauen mit Migrationserfahrung starten durch“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus gefördert. Dadurch sind die Angebote des Projektverbunds für die Teilnehmerinnen kostenfrei.
Wir bedanken uns bei Frau Elsässer von TakeOff! Team bei BIB Augsburg für diese tolle Erfolgsgeschichte aus dem Projektverbund.