Publikum beim Runden Tisch „Vielfalt im Fokus“ in Augsburg, am Rednerpult wird über Integration und Migration geredet.

„Vielfalt im Fokus“: EU-Förderpolitik und Integration und Migration in Augsburg

Wie können Integration und Migration in Augsburg nachhaltig gelingen – und welche Rolle spielt dabei Europa? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der 33. Runde Tisch „Vielfalt im Fokus“ am 02.02.2026 im Augustanasaal im Annahof. Der Runde Tisch findet in Kooperation mit dem Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg statt.

Der Runde Tisch machte deutlich: Integration passiert vor Ort – in Quartieren, Begegnungsräumen, Beratungsstellen und Projekten. Gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen immer stärker durch EU-Förderprogramme und neue europäische Schwerpunktsetzungen geprägt.

EU-Förderung und Integration in Augsburg: Was sich verändert

Die Europäische Union richtet ihre Finanz- und Förderpolitik neu aus. Künftig sollen Programme gebündelt, Zugänge vereinfacht und die Förderung auf die Bereiche soziale Inklusion, Klima, Digitalisierung und demokratische Werte konzentriert werden.

Für die Integrationsarbeit in Augsburg ist das eine wichtige Perspektive, denn Kommunen stehen im Zentrum von Teilhabe und Integration. Über EU-Programme wie AMIF, ESF+ oder Erasmus+ können sie zusätzliche Handlungsspielräume gewinnen.

Stadt Augsburg stärkt Teilhabe – analog und digital

Dr. Margret Spohn vom Büro für gesellschaftliche Integration gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Projekte. Mit dem Projekt COMET werden migrantische Online-Communitys gezielt angesprochen, weitergebildet und besser mit Institutionen vernetzt werden, damit Informationen in verschiedenen Sprachen verlässlicher und schneller ankommen.

Mit den „Augsburger Migrationsgeschichten“ wurde außerdem ein partizipatives Zeitzeugenprojekt vorgestellt. Im Rahmen dessen werden Interviews gesammelt und die Ergebnisse unter anderem in Podcasts und Ausstellungen präsentiert. Das Projekt wird durch EU-Gelder im Rahmen von DIWA 4.0 gefördert.

Podiumsdiskussion: Europa, Stadt und Zivilgesellschaft im Gespräch

Ein Höhepunkt war die Podiumsdiskussion zur Rolle der EU in der städtischen Migrationsarbeit, an der Vertreter*innen aus Stadtverwaltung, der EU-Komission und von „Europe Direct Augsburg“ aktiv waren. Das Europabüro Augsburg, die kommunale Schnittstelle zu europäischen Informationen, Programmen und Netzwerken stärkt die Verbindung zwischen Stadtgesellschaft und Europa und unterstützt dabei, europäische Entwicklungen in Augsburg greifbar zu machen.

Wir stehen für eine Integrationsarbeit, die nah an der Lebensrealität der Menschen ist: Beratung, Orientierung, Teilhabe und Arbeitsmarktintegration greifen ineinander. Gerade im städtischen Raum wird deutlich, wie wichtig verlässliche Anlaufstellen und Kooperationen sind, um Menschen langfristig zu begleiten. Während der Podiumsdiskussion wurde klar: Wenn die EU-Förderung künftig stärker auf Wirkung und Partnerschaften setzt, dann sind Träger wie „Tür an Tür“ von entscheidender Bedeutung, da wir eine Brücke zwischen Förderlogik und Alltagspraxis schlagen.

SmF Augsburg als neue Anlaufstelle

Zum Abschluss stellte sich der Sozialdienst muslimischer Frauen Augsburg (SmF) vor. Der Verein arbeitet professionell in Augsburg und setzt unter anderem auf Teilhabe, Prävention und Empowerment – insbesondere für muslimische Frauen. Der SmF ist eine wertvolle Ergänzung im städtischen Netzwerk. Gerade für Frauen, die beispielsweise über TaT-Verbundprojekte wie „Take Off!” nach Austausch oder geschützten Räumen suchen, kann der SmF als niedrigschwellige Anlaufstelle dienen.


Der 33. Runde Tisch hat vor allem eines gezeigt: Integration und Migration in Augsburg werden vor Ort gestaltet – durch Menschen, die sich vernetzen, einander zuhören, Erfahrungen teilen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Europa wirkt dabei nicht „irgendwo weit weg“, sondern ganz konkret hier in der Stadt: über Förderprogramme, neue Schwerpunkte und die Frage, wie Kommunen und Träger künftig noch besser zusammenarbeiten können. Gerade „Tür an Tür“ in Augsburg steht für diese Brücke zwischen Strategie und Alltag, denn dort finden Beratung, Teilhabe und Orientierung wirklich statt.

Die Teilnahme von Europe Direct Augsburg an der Podiumsdiskussion hat den Blick zusätzlich geöffnet. Europa verständlich machen, Zugänge schaffen und Fragen ernst nehmen – das ist eine wichtige Aufgabe, damit EU-Themen in Augsburg nicht abstrakt bleiben, sondern die Menschen erreichen.

Am Ende wurde auch klar: Integration gelingt nicht allein durch einzelne Projekte, sondern durch ein starkes Netzwerk in der Stadt. Angebote wie der Sozialdienst muslimischer Frauen Augsburg können dabei eine wichtige Ergänzung sein, etwa als Anlaufstelle für Frauen, die Unterstützung, Austausch oder einen geschützten Raum suchen.