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Mit Fördermitteln des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und des Europäischen Integrationsfonds arbeitet Tür an Tür zusammen mit der Caritas Augsburg, dem Diakonischen Werk Augsburg, sowie dem Mesopotamien-Verein Augsburg an der Realisierung eines Integrationszentrums für Augsburg.

41,4 % der Gesamtbevölkerung Augsburgs besitzt einen Migrationshintergrund. Damit liegt Augsburg bundesweit mit Frankfurt, Stuttgart und Nürnberg unter den ersten vier Großstädten.

Zahlreiche Studien bilanzieren dieser Zielgruppe in einigen Lebensbereichen eine unzureichende Partizipation an den gesellschaftlichen Ressourcen. Diese Bilanz deckt sich mit den Erfahrungen vieler Augsburger_innen mit Migrationshintergrund.

Gleichzeitig verfügt eine Vielzahl der Migrant_innen über Ressourcen, wie etwa weit verzweigte internationale Netzwerke oder Berufserfahrung in unterbesetzten Arbeitsbereichen. Die Beteiligung dieser Zielgruppe stellt somit nicht nur für die Augsburger Stadtgesellschaft eine enorme Bereicherung dar.

Um die Partizipation der Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern, wurde daher in Augsburg in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ein breites Feld verschiedener Beratungs- und Unterstützungsangebote geschaffen.

Zur selben Zeit entstanden zahlreiche Migranten-Organisationen, welche sich mit ihren kulturellen, sportlichen, sozialen und religiösen Angeboten zu wichtigen Ansprechpartnern der Mitglieder ihrer Communities entwickelt haben, und welchen somit eine wichtige Brückenfunktion innerhalb der Gesellschaft zukommt.

Ziel des Integrationszentrums Augsburg ist es, eine Anlaufstelle für NeuzuwanderInnen und Menschen mit Migrationshintergrund zu schaffen, welche die wichtigsten Angebote für Migrant_innen in einem Haus bündeln und als zentraler Knotenpunkt darüber hinaus die bestehenden Angebote, Institutionen und (Migranten-)Organisationen bestmöglich vernetzen soll.

Der Zielgruppe soll so eine ganzheitliche und den individuellen Bedürfnissen angemessene Beratungs- und Unterstützungsleistung zugänglich gemacht und so ihre Partizipation an der Augsburger Stadtgesellschaft gefördert werden.


Hintergrund

In Augsburg haben sich Im Herbst 2009 auf Einladung von Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH und der Stadt Augsburg / Fachstelle für Integration und Interkulturelle Arbeit Vertreter_innen unterschiedlicher Institutionen zusammengefunden, um über die Idee für ein Integrationszentrum (für Neuzuwanderer und Menschen mit Migrationshintergrund) zu diskutieren und ein Konzept für die Umsetzung zu entwickeln.
In drei Workshops wurde der Referenzrahmen für das Integrationszentrum gesteckt.

Mit der Bewilligung der Förderung durch den Europäischen Integrationsfond und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge konnte das Integrationszentrum Augsburg im April 2012 gestartet werden. Mit dem ehemaligen Straßenbahndepot am Senkelbach (Wertachstraße 29) wurde im April 2012 darüber hinaus eine zentrale und für die Zwecke ideale Immobilie bezogen.

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Ziele des Integrationszentrums

  • Ziel des IZA ist, die Beratungsangebote unter einem Dach zusammenzufassen – inhaltlich wie räumlich – und Migrant_innen die gesellschaftliche Teilhabe zu erleichtern. Durch das Bündeln der Beratungsangebote innerhalb eines Zentrums werden Bürokratie abgebaut und zeitaufwändige Wege für Migrant_innen eingespart. Das IZA trägt nachhaltig zur Vereinheitlichung und Verbesserung des Managements der Integrationsstrategien und –Maßnahmen in der Kommune bei

  • Die Funktion des IZA besteht darin, ganzheitlich zu beraten und ggf. in weitere Beratungsangebote oder entsprechende Kurse und Maßnahmen zu vermitteln. Diese können auch außerhalb des Zentrums stattfinden. Die stete Rückkopplung und enge Kommunikation zum Zentrum im Sinne der Vernetzung und ganzheitlichen Beratung stehen jedoch im Vordergrund. Durch das IZA wird der Wissensstand über Maßnahmen und Tätigkeiten im Immigrations- und Integrationsbereich deutlich erhöht und eine Verbesserung der Zusammenarbeit der beteiligten Ebenen erreicht

  • Das IZA wird damit über seine Funktion als Beratungsstelle und sozialer Raum hinaus ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Die enge Kooperation unterschiedlicher Träger, Migrant_innen-Organisationen, städtischer Einrichtungen, überregionaler Stellen und Kund_innen setzt einen Prozess der permanenten Entwicklung und Verbesserung der Teilhabe im Sinne von Vielfalt und eine Strukturveränderung im Sinne der Interkultureller Öffnung in Gang. Dadurch können die Akteure flexibel und adäquat auf Veränderungen reagieren und neue Erkenntnisse in die Konzeptentwicklung einbeziehen. Das Integrationszentrum wird zum Knotenpunkt eines lernenden Netzwerks. Es stärkt die interkulturellen Kapazitäten auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene.

  • Wachsende Beteiligung von Migrant_innen und der Migrant_innen-Organisationen in den politischen, sozialen und beruflichen Strukturen in der Stadt sichert nachhaltig die Interkulturelle Öffnung und gewährt die gemeinsame Identifikation mit den mit Zuwanderung verbundenen Thematiken.

  • Das Integrationszentrum ist somit eine Antwort auf gesellschaftlichen Veränderungen. Es zielt auf strukturelle Verbesserung und bedeutet ein sichtbares und erlebbares Zeichen kommunaler Willkommenskultur. Zudem erhöht es den Wissensstand über grundlegende Integrationsprozesse und –Mechanismen.

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Ihre Ansprechpartner
zum Thema Integrationszentrum:
Temesghen Kubrom,
Jakob Ludwig
Tel: 0821/90799-44
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