"Tür an Tür - miteinander wohnen und leben e.V." trägt im Vereinsnamen die Idee eines integrativen sozialen Miteinanders.

Nach dem ersten - und recht erfolgreichen - Kirchenasyl in Bayern, das 1989/90 in der katholischen Pfarrgemeinde "St. Johannes Baptist" im Augsburger Süden stattfand, gründeten einige Unterstützer und Interessierte 1992 "Tür an Tür". Zu Zeiten relativ hoher Flüchtlingszahlen in Europa bestand großer Bedarf an Unterkünften und direkt neben dem Kirchengebäude lag eine ungenutzte Wiese. Der Verein plante in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk der Uni Augsburg dort eine modellhafte Wohnanlage für Flüchtlinge und Studierende zu errichten.

Geplante Wohnanlage für Flüchtlinge und StudentInnen

Geplante Wohnanlage für Flüchtlinge und StudentInnen

Sinkende Asylbewerberzahlen nach dem "Asylkompromiss" und daraufhin stark nachlassendes Interesse der öffentlichen und kirchlichen Ansprechpartner führten zu einem Projektstopp. Mit einer Bautafel und einem ersten (und letzten) Spatenstich schlossen wir das Projekt öffentlich ab.

logo_wohnbuero.gif "Tür an Tür" übernahm 1995 das Augsburger "Wohnbüro", eine auf die Unterstützung von sozial benachteiligten Wohnungssuchenden spezialisierte Beratungsstelle. Das Wohnbüro klärte finanzielle und rechtliche Fragen, sprach mit potentiellen Vermietern, begleitete bei Bedarf Wohnungssuchende und vermittelte so erfolgreich einige hundert Mietverhältnisse. Nach gestrichenen öffentlichen Zuschüssen musste die Einrichtung nach 4 Jahren geschlossen werden.

Tür an Tür-Aktive im Augsburger Wohnbüro

Tür an Tür-Aktive im Augsburger Wohnbüro
v.l.n.r: Matthias Schopf-Emrich, Brigitte Jacklin, Margrit Wucher, Thomas Körner-Wilsdorf, Alfons Mayer, Alfred Jacklin und Wolfgang Krell

1999 übernahm "Tür an Tür" mit großer Unterstützung von privater Seite das "Europadorf" in Augsburg/Hochzoll vom alten Träger "Hilfe für heimatlose Ausländer in Deutschland". Die Europadörfer boten in der Nachkriegszeit Internierten und "Dispaced Persons" in Augsburg sehr einfache Wohnungen und eine Integrationsperspektive vor Ort. Pater Pire, ein belgischer Geistlicher, erhielt 1958 für diese Idee der Europadörfer den Friedensnobelpreis. Das Augsburger Europadorf an der Nebelhornstraße/Ecke Biberkopfstraße ist heute das letzte im Sinn der Gründer betriebene Projekt in Deutschland. Tür an Tür gründete dazu eine gemeinnützige GmbH, die "Tür an Tür - miteinander wohnen und leben gGmbH", sanierte und erweiterte die marode Anlage bis 2003.

Im Frühjahr 2006 versuchte "Tür an Tür" das Wohnhaus Henisiusstraße 8 von der Stadt Augsburg zu kaufen um der sozialen Mieterinitiative in diesem ehemals besetzten Haus eine Zukunftsperspektive zu eröffnen. Die Stadt Augsburg verkaufte das Haus dagegen für nur wenig mehr Geld an einen privaten Investor.

Wir wollen auf politischen Weg erreichen, dass die Stadt zukünftig Mieterprojekten bei Veräußerungen zum Schätzwert den Vorzug gegenüber Immobilienunternehmern gibt. Dazu gehört auch, dass den Mietern genügend Zeit für die Organisation eines Mieterprojektes eingeräumt wird. Der Erhalt gemischter Wohnstrukturen und eines sozialen Miteinanders von Jung und Alt, ärmeren und priviligierteren Gruppen, einheimischer und neu hinzugezogener Bevölkerung verhindert viele Probleme, die in ghettoähnlichen Wohnstrukturen nicht mehr gelöst werden können.

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zum Thema Europadorf:
Christine Kamm
Tel: 0821 - 3494585
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